1. Juni 2017

Neuer Muthesius vom Kottbusser Bahnhof

Jüngstes pittura oscura von Winfried Muthesius

pittura oscura nennt sich die von Winfried Muthesius entwickelte Kunstform, die die Genren Fotografie und Malerei verbindet.

pittura oscura Berlin

Zunächst schuf Muthesius für dieses Werk eines der für ihn typischen Schädelbilder. Das in malerischer Bewegtheit mit schwarzer Ölfarbe aufgetragene, stark reduzierte Gemälde eines knöchernen Kopfes setzte er provokativ in den öffentlichen Raum. Das Schädelbild, an Vergänglichkeit und Tod erinnernd, stellte er mitten hinein in das Gewusel des Kottbusser S-Bahnhofes, einen zentralen Punkt pulsierenden Lebens.

Hier fotografiert Muthesius das Schädelbild, so dass es mit seiner Umgebung einen ungewöhnlichen Dialog entfaltet. Erstmals wählt er dafür die Farbaufnahme.

Das so entstandene Foto wird zum Bildträger für ein neues Gemälde, das er diesmal ausdrucksstark mit Schwarz übermalt, bis nur noch wenig Rot am unteren Bildrand herausblinkt, das Rot einer Plastiktasche.

Dieses Bild wird erneut reproduziert und entfaltet als jüngstes Werk aus der Reihe pittura oscura in seiner Mehrdimensionalität eine enorme Tiefenwirkung.

Das Werk war 2016/17 in der Ausstellung FIRST CHOICE II, zu- sammen mit Fotografien von Edward Burtynsky, Saul Leiter, Anna Lehmann-Brauns, Arnold Odermatt, Aitor Ortiz und George Rousse in der Galerie Springer zu sehen.